#Entgrenzungen

Als Kind der französischen Revolution kämpfte Beethoven Zeit seines Lebens um die Ideale der persönlichen Freiheit und Menschenwürde, die keine Grenzen dulden. Die „Eroica“ ist Ausdruck dieser revolutionären Idee und wirkt bis heute in ihrer Radikalität befreiend. Mit ihrer enormen Länge, ihren ungeheuren dynamischen Kontrasten und dem gewaltigen Trauermarsch, der in Anlehnung an die Totenehrung für die gefallenen Helden der Revolution gedacht war, stellte die Sinfonie seinerzeit alle bisher dagewesenen Instrumentalwerke in den Schatten.

Tschaikowskis b-Moll-Konzert wird, ähnlich wie die „Eroica“, ebenfalls von einem heroisch-kämpferischen Duktus angetrieben. Das Konzert, bis heute ein Meilenstein für jeden Pianisten, wurde zunächst im eigenen Land als unspielbar abgelehnt und musste seine Uraufführung jenseits der eigenen Landesgrenzen im amerikanischen Boston erleben. Besonders in der formalen Ausgestaltung des 1. Satzes zeigt sich Tschaikowski als ein Neuerer, der Grenzen verschob und neue Wege ging. Bereits zum dritten Mal ist die international gefeierte israelische Pianistin Dorel Golan beim Jungen Sinfonieorchester in Münster zu Gast. Sie konzertierte unter Dirigenten wie Zubin Mehta und Kurt Masur und mit so bedeutenden Orchestern wie dem Orchester des Bayrischen Rundfunks, den Wiener Symphonikern und dem Israel Philharmonic Orchestra. Ihre von der Kritik hochgelobten Konzerte und Recitals führten sie dabei in weltberühmte Konzertsäle wie den Wiener Musikverein, das Concertgebouw Amsterdam und die Berliner Philharmonie. Ihre Konzerte wurden dabei von zahlreichen Rundfunkstationen in aller Welt übertragen.

*Das Konzert „#Entgrenzungen“ ist ein Beitrag zum Kultursemesterschwerpunkt der WWU im SoSe 2019 zum Thema „Grenzüberschreitungen“.