»Vom Dunkel zum Licht«

Rach 3 | Schumann 4

Sergei Rachmaninov
Quelle: Wikipedia

„Elefantenkonzert“, „unspielbar“, „gefürchtet“, „ein künstlerfressendes Monster“ –

Diese ehrfürchtigen Attribute oder gar Dämonisierungen von Rachmaninows Drittem Klavierkonzert - in Fachkreisen oft als „Rach 3“ abgekürzt – bezeugen den einzigartigen Rang, den es bis heute in der Welt der klassischen Musik belegt. Die technischen Anforderungen sind so immens, dass es für manchen Pianisten bei der Wiedergabe im Konzert nur ums reine „Überleben“ geht. Der enorm anspruchsvolle Klaviersatz fordert neben einer hochexpressiven Klanggewalt allerdings auch eine zurückhaltende Filigranität. Allein mit einer blendenden Virtuosität ist dem Konzert nicht beizukommen – es sind gerade auch die vielen „leisen“ Töne und Stimmungen gefragt, die in dieser vielschichtigen Komposition gedeutet und empfunden werden müssen. Ein volksliedhaft schlichtes Thema, mit dem das Klavier den ersten Satz eröffnet, bildet dabei die Grundsubstanz des gesamten Konzertes und sorgt gleichzeitig für eine zyklische Verklammerung aller Sätze.

Dorel Golan
Foto: Wolfgang Braun

Bereits zum zweiten Mal ist die israelische Pianistin und Ausnahmekünstlerin Dorel Golan beim Jungen Sinfonieorchester in Münster zu Gast. Nach ihrem begeisternden Auftritt mit dem Zweiten Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns im Juli 2016 übernimmt sie nun den Solopart in Rachmaninows Drittem Klavierkonzert. Dorel Golan konzertiert in weltberühmten Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam und der Salle Cortot in Paris. Zu ihren musikalischen Partnern zählen unter anderem die Wiener Symphoniker, das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks, die Tschechische Philharmonie, das Israel Philharmonic Orchestra und das Orchestra Sinfonica di Milano G. Verdi. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Kurt Masur und Frédéric Chaslin zusammen. Ihre Recitals und Konzerte wurden von Rundfunkstationen in aller Welt übertragen.

Robert Schumann
Quelle: Wikipedia

Zwischen der musikalischen Sprache Rachmaninows und derer Schumanns liegen eigentlich musikalische Welten, doch eines verbindet sie: Beide gehören zu den größten Klavierkomponisten ihrer Zeit, und beide hatten auch auf dem Gebiet der Orchestermusik ein gewichtiges Wort mitzureden. Schumanns Vierte Sinfonie steht in derselben düsteren Tonart wie das Dritte Rachmaninow-Konzert, in d-Moll. Das Werk spannt einen weiten Bogen, indem alle Sätze pausenlos ineinander übergehen, motivisch eng miteinander verwoben sind und somit einen einzigartigen Zusammenhang bilden. Und noch eine Parallele zu Rachmaninow: Auch Schumann konnte jubeln. Das mitreißende Allegro des letzten Satzes erklingt in leuchtendem D-Dur – so wie auch Rachmaninows Konzert sein triumphales Ende im gleißenden Licht der gleichnamigen Dur-Tonart findet.

Konzerttermine